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Nette Kleinigkeiten für Frauen rund um die Abendmode

 
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Die Maske für den besonderen Auftritt:  Venezianische Masken

Die Begriffskombination "Venezianische Masken" löst weltweit die gleichen Assoziationen aus: sie stehen nicht nur für die perfekte Vereinigung von Handwerk und Kunst, sondern auch für Sinnlichkeit, Eleganz und Magie. Die nach traditioneller Überlieferung gefertigten Gesichtsbedeckungen verleihen jedem, der sie trägt, ein Höchstmaß an geheimnisvoller Anziehungskraft und daraus resultierender Verführung.

Dabei dienten venezianische Masken ursprünglich einem ganz anderen Zweck. Lange bevor sie zum unverzichtbaren Bestandteil von Karneval, Fasching oder Maskenball wurden, verdeutlichten sie in der Commedia dell'Arte die Charaktereigenschaften einzelner Bühnenfiguren. Zu deren bekantesten Vertretern gehörten die betörend weibliche Colombina, der nass-forsche Jolly und der finstere Zanni. Für die Darstellung detaillierter Emotionen kamen verschiedene Volto zum Einsatz, deren Oberfläche typischen menschlichen Empfindungen nachgearbeitet waren. Im Schutz der jeweiligen Masken war es den Schauspielern vergönnt, deutliche Worte gegen Obrigkeit und Klerus zu sprechen. Diese Freiheit nahmen sie sich bald auch abseits der Theateraufführungen, so dass sich das Tragen von Gesichtsbedeckungen in Venedig zu einem regelrechten Politikum entwickelte. Bald war es Vorschrift, dass Entscheidungsträger bei weitreichenden Prozessen ihr Antlitz hinter einer so genannten Bauta zu verbergen hatten. Diese wohl bekannteste aller Larven zählt bis heute zur klassischen Ausstattung jeder Kostümparade in Venedig.

Nachdem venezianische Masken den Weg von der Bühne über das Gerichtswesen zum Vergnügen im Karneval gefunden hatten, erlangte eine von ihnen besondere Berühmtheit: im Zuge der Pest-Epidemie verwendeten behandelnde Ärzte die langnasigen Zanni-Larven als Schutz vor Ansteckung. Doch die mit Kräutern gefüllte Gesichtsbedeckung bewahrte sie weder in Venedig noch in anderen Teilen Europas vor der tödlich verlaufenden Krankheit.

Im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte unterlagen venezianische Masken immer wieder prunkvollen Veränderungen. Zu den ursprünglichen Menschengesichtern gesellten sich bald auch phantasievolle Tierlarven, hinter denen Groß und Klein ihre animalischen Eigenschaften ausleben konnten. Bei der Gestaltung kamen neben Pelzen und Federn zunehmend Materialien wie Edelmetalle, Perlen und Diamanten zum Einsatz. Damit erreichten die Masken einen Status, der sie für den kurzen Einsatz beim Karneval viel zu schade machte.

Daher verfiel man nicht nur in Venedig darauf, die Kostbarkeiten weiteren Zwecken zuzuführen. Sie wurden nun auch auf Masken- und Sommerbällen oder während anderer rauschender Feste getragen. Damit entwickelten sich venezianische Masken vor allem in Kombination mit Dessous wie zum Beispiel einem Catsuit zu einem erotischen Accessoire, das als nonverbales Mittel auch außerhalb des Karneval zum Ausdruck von Bereitschaft oder Ablehnung eingesetzt werden konnte. Heute stehen die berühmten Vorbilder aus Venedig vielfach als Synonym für viele Arten der Gesichtsbedeckung. Doch nur echte venezianische Masken weisen die Detailverliebtheit und die handwerklichen Feinheiten auf, die sie weltberühmt machen. Anders als in früheren Jahrhunderten dienen sie jedoch nicht mehr der Redefreiheit oder der Prophylaxe, sondern ausschließlich Dekorations- und Maskierungszwecken. Die Vielfalt der verwendeten Materialien reicht von Pappmaché über Stoff und PVC bis zu Leder und Metall - wobei gerade die zuletzt genannten Varianten von modernen Verarbeitungs-, Verbindungs- und Gestaltungsmöglichkeiten profitieren. Eines haben venezianische Masken dabei immer beibehalten: sie verwandeln ihre Träger oder Trägerinnen in mysteriöse, geheimnisvolle und überaus sinnliche Wesen. Aus diesem Grund sind die traditionellen Gesichtsverkleidungen nicht nur beim Karneval, beim Fasching oder auf anderen kostümorientierten Festen verbreitet, sondern erfreuen sich auch im Erotikbereich großer Beliebtheit.